Spastiker – was sind das für Menschen ?

 

„Ich um dieses schöne Ebenmass verkürzt, von der Natur um Bildung falsch betrogen,
entstellt, verwahrlost, von der Zeit gesandt in diese Welt des Atems,
halb kaum fertig gemacht, und zwar so lahm und ungeziemend,
dass Hunde bellen, hink ich vorbei.“

 

Das lässt William Shakespeare, der grosse englische Dramatiker, Richard III. über sich selbst sagen und beschreibt damit einen Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen, einen Menschen, den man noch heute umgangssprachlich als Spastiker bezeichnet.

Die Spastik ist jedoch nur eine Form der sogenannten infantilen Cerebralparese.

Man unterscheidet folgende Ausprägungstypen bei den cerebralen Bewegungsstörungen: 

 

Alle drei beschriebenen Formen können aber auch gemischt auftreten.

Vor, während oder kurz nach der Geburt kommt es zu einer schädigenden Einwirkung auf das sich noch entwickelnde Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark). Die Ursache lässt sich nicht immer exakt feststellen (z.B. Sauerstoffmangel während der Geburt, Anhäufung hirnschädigender Stoffwechselanteile, physikalische Schädigung). Neben den bereits beschriebenen Folgen können Störungen des Sprach-, Hör- und Sehvermögens, vegetative Störungen sowie Krampfleiden hinzukommen. Eine Beeinträchtigung der Intelligenzentwicklung und Verhaltensauffälligkeiten sind möglich. 

Art und Schwere der Behinderung sind sehr unterschiedlich. 

Von 1.000 Neugeborenen kommen etwa zwei bis drei Kinder mit einer solchen Behinderung zur Welt. In Deutschland leben (geschätzt) mehr als 250.000 Menschen mit dieser nicht heilbaren Behinderung. 

Es ist aber möglich, die Gesamtentwicklung mit lebenslänglich durchzuführenden therapeutischen Behandlungen die Gesamtentwicklung positiv zu beeinflussen, sofern die Diagnose während des ersten Lebensjahres gestellt wird.

Weitere Infos unter http://de.wikipedia.org/wiki/Spastik